Etappe 12 – Siena → San Filippo - 74 km, 1’020 Hm
Wenn 45 mm Tubeless auf 19 mm Rennradreifen treffen … 🙈
Der Tag begann standesgemäss in unserem Superappartement in Siena: feiner Espresso und gefüllte Croissants. So lässt es sich in einen 1’000-Höhenmeter-Tag starten. 😋
Kaum auf der Strasse, kamen sie uns entgegen: die Fahrer der Eroica auf ihren wunderschönen Vintage-Rennrädern. Viele waren bereits seit vier Uhr morgens unterwegs!
Und da prallten Welten aufeinander: unsere Gravelbikes mit 45-mm-Tubelessreifen gegen schmale 19-mm-Reifen, Rahmenschaltung und Technik aus einer anderen Zeit. Ich bewundere diese Fahrer – aber beim besten Willen: Ich kann mir heute nicht mehr vorstellen, auf solchen Rädern über diese Strassen zu fahren. 😜
Kaum hatten wir Siena verlassen, waren wir mittendrin in jener Toscana, die man aus den Bildbänden kennt: sanfte Hügel, Zypressen, kleine Dörfer – und natürlich Strade Bianche.
Sehr viel Strade Bianche.
Nach rund 35 Kilometern staubigem weissem Gravel stellte ich fest, dass Beatrices Begeisterung für die weltberühmten Schotterstrassen langsam etwas nachliess. 😂
Also Planänderung. Schliesslich soll eine gemeinsame Bikepacking-Tour auch gemeinsam Spass machen. Ein paar Hügel aus der Route geschnitten und weiter entlang der Orcia durch eine wunderschöne Landschaft. Das Lächeln war wieder da. Mission erfüllt!
Zweimal stiegen wir unterwegs in kleinen Dörfern ab – etwas trinken, etwas essen, die Beine erholen und einfach das italienische Leben geniessen.
Nach 74 Kilometern und etwas mehr als 1’000 Höhenmetern erreichten wir schliesslich San Filippo.
San Filippo! 😇 Als Philippe kann man sich für eine Übernachtung in Italien eigentlich keinen passenderen Ort aussuchen. Endlich einmal eine Ortschaft, die weiss, wie man einen Gast gebührend empfängt! 😂
Und die Unterkunft setzte noch einen drauf: Für 100 Euro bezogen wir ein zweigeschossiges Boutique-House mit fast 100 Quadratmetern. Unsere Gravelbikes bekamen ebenfalls noch eine Unterkunftsleistung der besonderen Art: eine Dusche!
Nach 35 Kilometern Strade Bianche hatten sie die allerdings auch bitter nötig.
Und wir?
Aperitivo → Cena → Beine hoch.
Morgen geht die Reise Richtung Roma weiter, noch zwei Etappen…