Etappe 15 - Dem Regen davongefahren – mit etwas Hilfe von Trenitalia!
Bologna – Verona 🚂
Verona → Rovereto 🚴♀️🚴 81 km | 520 Hm
Auf unserer Rückreise Richtung Norden nehmen wir es etwas gemütlicher. Schliesslich haben wir noch gut eine Woche Zeit und müssen nicht jeden Kilometer mit dem Velo zurücklegen. Wir fahren dorthin, wo die Sonne scheint!
Eigentlich wollten wir nach Bologna die Po-Ebene durchqueren und Richtung Tessin radeln. Doch Petrus hatte andere Pläne. Die Wetter-Apps zeigten Regen über der Po-Ebene, dafür schönes Wetter ab Verona bis ins Südtirol.
Also kurzerhand umdisponiert: Mit dem Zug durch den Regen nach Verona und von dort mit den Gravelbikes weiter ins Trentino!
Erst noch ein Happy End in Bologna
Beim Check-out im Hotel gab’s tatsächlich keine böse Überraschung mehr. Wie versprochen bezahlten wir für unsere beiden Velos nur noch 10 statt 40 Euro Garagengebühren.
Die Hoteldirektorin hatte sich sogar schon frühmorgens persönlich per WhatsApp gemeldet, die Vereinbarung bestätigt und uns eine gute Weiterreise gewünscht.
Geht doch! Grazie mille für die professionelle Lösung! 👍
Trenitalia – so macht Bahnfahren Spass!
Wusstet ihr, dass Trenitalia zu den pünktlichsten Bahnbetreibern Europas gehören soll?
Unsere Fahrt von Bologna nach Verona verlief jedenfalls auf die Minute genau! Die sechs vorgesehenen Veloplätze waren mit unseren zwei Gravelbikes allerdings schon ziemlich gut ausgelastet.
Und das Beste: Die Velotageskarte kostete gerade einmal 3.50 Euro!
Von Verona in die Weinberge des Trentino
In Verona empfing uns tatsächlich die Sonne – und eine gewaltige Menge Touristen! Auffallend viele sprachen Niederländisch. Während die Schweizer Herbstferien bereits vorbei sind, scheinen unsere holländischen Nachbarn noch fleissig unterwegs zu sein.
Wir hielten uns nicht lange auf. Ein kräftiger Wind, erfreulicherweise sogar Rückenwind, pustete uns förmlich aus der Stadt.
Entlang von Flüssen und Kanälen rollten wir flott Richtung Gardasee, bevor wir nordwärts abbogen und der Etsch (Adige) ins Trentino folgten.
Nach einem kurzen Anstieg erreichten wir den wunderschönen Etsch-Radweg, eine der wichtigsten Nord-Süd-Radverbindungen über die Alpen, parallel zur Brennerautobahn.
Kilometer um Kilometer ging’s durch endlose Weinberge. Die Sonne schien, der Wind half mit und die Kilometer flogen nur so dahin. So lieben wir das Radreisen!
Kurz vor dem Eindunkeln erreichten wir schliesslich Rovereto.
Und dann kam die nächste Überraschung – diesmal eine erfreuliche!
Auf unsere Frage nach einem sicheren Platz für die Velos meinte man im Hotel ganz selbstverständlich, wir könnten die beiden Bikes problemlos mit aufs Zimmer nehmen.
Endlich werden wir als Radtouristen wieder ernst genommen! Liebe Bolognesen, nehmt euch ein Beispiel! ;-)
Rovereto – ein Ort mit gefährlichen Ideen …
Rovereto ist übrigens nicht irgendein Etappenort. Hier startet jährlich das legendäre Ultra-Cycling-Rennen NorthCape4000.
Ein unsupported Langstreckenabenteuer über rund 4’000 Kilometer bis ans Nordkap – mit einem Zeitlimit von 26 Tagen!
Das bedeutet einen Tagesdurchschnitt von gut 150 Kilometern. Jeden Tag. Fast vier Wochen lang. Und das alles ohne organisierte Begleitung!
Ein Velokumpel von mir versucht mich schon jetzt zu überreden, 2027 mitzumachen.
Hmm … nach unserer gemütlichen heutigen Etappe mit 81 Kilometern, Rückenwind und Sonnenschein klingt das irgendwie nach einem ganz anderen Ferienprogramm….