Tag 3 – Aosta → Ivrea 103 km 707 Hm
Der Tag begann ausgesprochen gemütlich. Raus aus Aosta, runter zur Dora und entspannt dem Fluss entlang. So könnte es eigentlich bis Rom weitergehen …
Doch die Via Francigena hatte andere Pläne. Plötzlich bog unser Track links ab und führte hinauf nach Saint-Vincent – ein schmuckes Örtchen mit herrlichem Blick über das Aostatal. Danach wieder runter zur Dora, ein Stück dem Fluss entlang – und bei Bard natürlich nochmals hoch zur Burg. 😅
Langsam verstehen wir den Charakter der Via Francigena: Ursprünglich ein Pilgerweg für Wanderer, nimmt sie praktisch jeden historischen Hotspot mit. Die Veloroute versucht diesem Weg zu folgen, nutzt dabei offizielle Radrouten – die in Italien allerdings gerne mal aus ziemlich viel Schotter bestehen.
Bis Ivrea lief alles bestens. Beim obligaten Aperitivo wollten wir gemütlich ein Hotel buchen. Keine Chance! Kein Hotel, kein B&B und auch bei Warmshowers nichts – und das in einer Stadt mit rund 23’000 Einwohnern. Der Grund: ein internationaler Wildwasser-Wettkampf auf der Dora!
Erst etwa 8 km ausserhalb fanden wir noch ein freies B&B. Also aufsitzen und los.
Und dann mein persönliches Highlight des Tages: Der Track führte ostwärts – und plötzlich fuhr ich gegen Abend der Sonne entgegen. 🤔 Moment mal … Sonne? Westen? Rom? Osten?
Falsche Richtung! 🙈
Ich hätte mich ohrfeigen können. Eine wunderschöne, aber völlig überflüssige 12-km-Zusatzschlaufe. Als ob 100 Kilometer nicht gereicht hätten!
Dafür wurden wir im B&B umso herzlicher empfangen. Ein wunderschöner Ort und zum Abschluss ein super piemontesisches Essen – spätestens danach waren die zusätzlichen Kilometer wieder fast vergessen.
Merke: Auch auf dem Weg nach Rom sollte man gelegentlich schauen, wo die Sonne steht. 😂