Ruhetag in Viterbo – 1005 Tage bis weisser Rauch

Tja … nachts muss es tatsächlich geregnet haben. Als wir morgens zum Frühstück gingen, war es allerdings trocken – und von weiterem Regen keine Spur. Haben wir unseren Ruhetag etwa umsonst eingelegt? 😅

Ein Blick aufs Regenradar beruhigte das Gewissen: Wären wir Richtung Rom losgefahren, wären wir vermutlich direkt in eine Regenzelle hineingeradelt. Und nach 13 Etappen darf man sich ja auch einen zusätzlichen Ruhetag gönnen.

Also: Heute keine Velos – dafür Viterbo!

Und das hat sich gelohnt. Wenn man sich Autos, Vespas und den ganzen modernen Kram aus den engen Gassen wegdenkt, könnte man tatsächlich glauben, mitten im Mittelalter gelandet zu sein.

Viterbo blickt auf eine spannende Geschichte zurück und war im Mittelalter zeitweise sogar Sitz der Päpste. Besonders kurios ist die Geschichte des berühmten Konklaves nach dem Tod von Papst Clemens IV.:

Die Kardinäle brauchten sage und schreibe 1005 Tage, um sich auf einen neuen Papst zu einigen! 🙈

Den Bürgern von Viterbo wurde es irgendwann zu bunt. Sie schlossen die Kardinäle kurzerhand ein und reduzierten angeblich sogar deren Verpflegung auf Brot und Wasser, damit die Herren endlich zu einem Entscheid kamen.

Fast drei Jahre für eine Abstimmung – dagegen sind unsere Schweizer Abstimmungen geradezu Hochgeschwindigkeitspolitik. 😂

Natürlich wollten wir mehr darüber erfahren und besuchten den Palazzo dei Papi. Ausgerüstet mit Audioguide machten wir uns auf einen rund zweistündigen Rundgang durch die Geschichte Viterbos.

Mein persönliches Highlight: eine 3D-Animation mit VR-Brille, mit der die Vergangenheit plötzlich wieder lebendig wurde. So macht Museum Spass!

Jetzt folgt unser inzwischen bestens eingespieltes Abendprogramm: erst der obligate Aperitivo, danach etwas Feines essen. 😋

Und später wartet noch Schweiz gegen Nordmazedonien. Hoffentlich macht unsere Nati heute den Sack zu!

Morgen werden dann wieder die Gravelbikes gesattelt. Die Wetterprognose sieht gut aus – trocken soll es bleiben.

Und wenn alles klappt, nehmen wir unsere letzte Etappe unter die Räder.

Philippe Martin

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Etappe 13 - Ein Schreckmoment auf dem Weg nach Rom